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 Handlungsempfehlungen

 

4 Fazit

Die Beurteilung eines Konzeptes für eine kleine Holzvergasungsanlage stellt angesichts der aktuell vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen unter technischen Gesichtspunkten eine sich stets wandelnde Herausforderung dar. Die in den vergangenen Jahren erreichten Verbesserungen hinsichtlich der Laufzeiten von Holzvergasungsanlagen können hoffen lassen, dass in naher Zukunft von mehreren Herstellern Anlagen angeboten werden, die nicht nur eine dauerhafte Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt haben, sondern auch durch Standardisierung der Komponenten eine technische Vergleichbarkeit möglich machen. Zum aktuellen Zeitpunkt muss bei der Einschätzung eines Projektes größter Wert auf die vorhandenen Referenzen für ein Anlagenkonzept gelegt werden. Die Referenzen sollten sowohl hinsichtlich Größenordnung und eingesetzter Hackschnitzelqualität zum vorgesehenen Anwendungsfall passen, als auch detaillierte Informationen zur Betreuungsintensität der Anlage bieten.

 

Viele Betreiber von kleinen Holzvergasungsanlagen zeigen nämlich großes Engagement bei der Weiterentwicklung und Betreuung ihrer Anlage, welches unter Umständen durch einen Investor rein zeitlich und/oder fachlich nicht zu leisten ist. Darüber hinaus wird diese für einen Dauerbetrieb möglicherweise nötige Eigenleistung häufig monetär nicht oder wenigstens viel zu gering bewertet und ist daher auch aus Kostengründen problematisch.
Bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Konzeption stellen die zu kalkulierenden Wartungs- und Instandsetzungskosten einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor dar, da man sie angesichts der Komplexität der Anlage zwar als wichtigen Kostenpunkt ansehen kann, die effektive Höhe mangels belastbarer Daten aus Langzeituntersuchungen aber nur schwer zu beziffern ist. Den Brennstoffkosten sollte ebenfalls hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden, da sie in der Regel die größte Kostenposition darstellen. Schon in den vergangenen Jahren kam es bei Holzhackschnitzeln zu deutlichen Preissteigerungen. Bei Waldhackschnitzeln, dem in Holzvergasungsanlagen meist eingesetzten Material, stiegen die Preise zwischen 2003 und 2009 jährlich um durchschnittlich fast 10 Prozent. Auch in Zukunft wird der Biomassebrennstoffmarkt sich nicht losgelöst vom konventionellen Brennstoffmarkt entwickeln können. Mögliche Steigerungen der Brennstoffpreise stehen aber einer konstanten EEG-Vergütung für den produzierten Strom gegenüber. Damit ist nicht nur unter Effizienz-Gesichtspunkten, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen ein hohes Maß an Wärmenutzung beim Betrieb einer Holzvergasungsanlage geboten. Doch beim Ziel, durch den Wärmeverkauf wichtige Einnahmen zu schaffen, müssen die bei der Verteilung von Wärme mit Nahwärmenetzen auftretenden Wärmeverluste genau beachtet werden.
Schließlich soll darauf hingewiesen, dass insbesondere der Sicherheit und den Emissionen einer Holzvergasungsanlage schon vom Investor größtes Augenmerk geschenkt werden sollte, zum einen um Schäden an Mensch und Umwelt zu vermeiden, zum anderen aber auch, weil Mängel in diesen Bereichen drastische Maßnahmen seitens der Aufsichtsbehörden bis hin zur Stilllegung der Anlage zur Folge haben können.



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